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Entwicklung von Getrieben für Tarnkappenschiffe mit PTC Creo

von Geoff Hedges

1999 bestellte die indische Kriegsmarine mehrere Kriegsschiffe. Die 5.000-Tonnen-Tarnkappen-Fregatten waren mit Tarnkappentechnik ausgestattet, um ihre thermische und akustische Signatur zu verbergen. Sie boten Platz für bis zu 250 Besatzungsmitglieder. Und zum allerersten Mal wurden sie im Inland entwickelt und hergestellt.

Die Schiffe der neuen Shivalik-Klasse wiesen mehrere Neuheiten für die indische Marine auf. Dazu gehörte auch ein einzigartiges Antriebssystem.  Der CODOG-Antrieb (Combined Diesel Or Gas) setzt sowohl Dieselmotoren als auch Gasturbinen ein. Für Marschfahrt mit geringeren Geschwindigkeiten von bis zu 42 km/h werden die effizienten Dieselmotoren genutzt. Mithilfe der Gasturbinen kann in kürzester Zeit die Höchstgeschwindigkeit von 59 km/h erreicht werden.

Tarnkappen-Fregatte der Shivalik-Klasse

Im folgenden Video sehen Sie die Einzelheiten der INS Sahydra (F-49) der Shivalik-Klasse:

Mit dem Bau der geräusch- und vibrationsarmen Getriebe beauftragte die Marine Elecon Engineering, einen der größten Getriebehersteller in Asien. Seit den 1970er-Jahren stellt das Unternehmen Weltklasse-Getriebe für die verschiedensten Anwendungsbereiche wie Zementwerke, Walzwerke Windkraftanlagen und Aufzüge her.

Geräusch- und vibrationsarmes CODOG-Getriebe von Elecon für die Marine

Für die Herstellung komplexer Baugruppen für die Flotte sind anspruchsvolle Konstruktionen und leistungsstarke Konstruktionssoftware erforderlich. Darum verwendet Elecon für seine Marinegetriebe PTC Creo, PTC Creo Advanced Assembly Extension (AAX) und PTC Windchill PDMLink.

PTC Creo ist eine skalierbare Software-Suite, mit der Teams Produktentwürfe erzeugen, analysieren, visualisieren und wiederverwenden können. Sie enthält Anwendungen für die 2D- und 3D-Konstruktion sowie für parametrische und direkte Modellierung.

Mit PTC Creo AAX kann das Team bei Elecon die Konstruktionsarbeit weitaus besser straffen, als man es von einem traditionellen 3D-CAD-System erwarten würde. Bei Elecon nutzen die Konstrukteure die Softwareerweiterung, um einen hierarchischen Entwurf mit einem einzelnen Kontrollpunkt einzurichten. Dieser Top-Down-Ansatz erlaubt den Teammitgliedern anschließend eine parallele Konstruktionsarbeit, ohne dass die Gefahr besteht, dass einzelne Konstrukteure anderen in die Quere kommen, die an anderen Teilen der Baugruppe arbeiten.

PTC Windchill PDMLink ist ein webbasiertes Produktdatenmanagement-System (PDM), auf das die Teams überall über das Internet zugreifen können. Es ermöglicht nicht nur die sichere Speicherung von Konstruktionsdaten, sondern unterstützt auch das Änderungs- und Konfigurationsmanagement.

Die Gear Division von Elecon Engineering entwickelt heute komplexe Produkte für die Marine vom Konzept bis zur Detailkonstruktion, mit vorheriger Referenzierung und Kontrolle wichtiger Geometrie, bevor physische Prototypen gebaut und Tests durchgeführt werden.

„Mit dem Top-Down-Konstruktionsansatz können wir einfach komplexe Entwürfe generieren und die Generierung von Varianten erheblich beschleunigen“, erzählt Jayanta Mukhopadhyay, Dy. General Manager, Design, Elecon Engineering. „Durch die Implementierung von PTC Windchill PDMLink haben wir zusätzlich die Sicherheit der Daten erhöht und ein zentrales Daten-Repository mit Zugriffssteuerungen und einfachen Suchfunktionen geschaffen, sodass wir nun eine echte Concurrent Engineering-Umgebung besitzen“, ergänzte Mukhopadhyay.

Der Geschäftsbereich hat den gesamten Entwicklungsprozess mit den PTC Lösungen standardisiert. Seit die Schiffe der Shivalik-Klasse nach allen Tests auf dem Wasser in Betrieb genommen wurden und Elecon mit dem Bau eines der größten Getriebe für den ersten von Indien selbst entwickelten Flugzeugträger begonnen hat, ist das besonders nützlich.

 

 



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