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Permanente Lizenzen oder Abonnements – meine Meinung dazu

von Al Dean

In den letzten Jahren hat sich in der Industrie für Entwicklungs- und Konstruktionssoftware ein deutlicher Wandel vollzogen. Viele Jahre lang setzten die Technologieanbieter auf permanente Lizenzen als gleichmäßiges, vorhersehbares Einkommen.

Wenn Sie neue Tools einführen, erwerben Sie theoretisch die Zahl der benötigten Lizenzen und zahlen jährlich die Wartungs- und Supportgebühren für die Tools – und das auf laufender Basis. Die Börse, die Analysten und Aktionäre macht das natürlich glücklich – ein kontinuierlicher Einkommensstrom, der vierteljährlich und jährlich genau prognostiziert werden kann. Was hat sich also geändert?

Die Antwort lautet, dass die Welt der Entwicklung und Fertigung heute so flexibel und elastisch ist wie nie zuvor. Nehmen wir die Veränderungen im Personalwesen. Zeitverträge sind derzeit auf dem Vormarsch. So können Unternehmen ihre Ressourcen genauer auf die Spitzen und Täler der Produktentwicklung abstimmen.

Genauso läuft es in der Konsumgüterindustrie, der Automobilindustrie und auch in der Lieferketten- und Dienstleistungswelt. In der schwierigen Anfangsphase von Projekten wird zusätzliches Personal eingestellt. Wenn sich die Lage entspannt, werden diese zusätzlichen Mitarbeiter nicht mehr benötigt und wieder entlassen.

[Anm. d. Red.: Das neue PLM-Angebot von PTC, diePTC PLM Cloud, ist speziell auf die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen zugeschnitten. Diese Lösung bietet die ganze Leistung von PTC Windchill und vereinfacht die PLM-Einführung mit einem flexiblen Hosting-Abonnement, das eine Implementierung im für KMUs angemessenen Tempo ermöglicht. Sehen Sie sich hier die Aufzeichnung der Produktdemonstration an.]

 

DiePTC PLM Cloud ist ein neues Hosting-Abonnement, das flexibel genug für die veränderlichen Anforderungen von KMUs ist

Merkwürdigerweise folgen bestimmte Bereiche der Softwareindustrie, insbesondere der traditionelle Entwicklungssektor, dem Trend nur zögerlich. Die permanente Lizenzierung bietet zwar quartalsweise vorhersehbare Kosten, dafür aber nur eine vergleichsweise geringe Flexibilität. Natürlich erlauben Netzwerklizenzen es, die Arbeitsplätze bedarfsgerecht zu verlagern, aber müssen wir für aktuell nicht benötigte Software tatsächlich ständig Wartungsgebühren bezahlen, nur für den Fall, dass wir sie eines Tages wieder brauchen könnten?

Ich glaube nicht.

Die gute Nachricht ist, dass sich die ersten Veränderungen bemerkbar machen. Die meisten Technologieanbieter führen nun mehr abonnementbasierte Lizenzierungsmodelle ein. Dadurch können Sie Ihre Softwareressourcen genauso steuern wie die Mitarbeiter hinter den Bildschirmen, die die Software bedienen. In Spitzenzeiten können Sie Arbeitsplätze hinzufügen und verwenden. Werden sie nicht genutzt, fallen keine monatlichen, vierteljährlichen oder jährlichen Kosten für sie an.

[Anm. d. Red.: Wussten Sie, dass im 1. Quartal 2015 Abonnements 19 % aller Lizenz- und Abonnementabschlüsse bei PTC ausmachten? Das sind 26 % mehr als erwartet!]

Insbesondere bei Neugründungen – seien es vollkommen neue Unternehmen oder Gruppen, die von einer größeren Gruppe abgespaltet wurden (was in den letzten Jahren häufig vorgekommen ist) – wirkt es sich natürlich auch auf die Kosten aus, wenn plötzlich alle Softwarelizenzen neu angeschafft werden müssen.

Die Herausforderungen sind die gleichen, ungeachtet des Ursprungs. Ein neues Unternehmen, neue Herausforderungen und neue Aufgaben – es werden neue Tools benötigt. Beim traditionellen permanenten Lizenzierungsmodell fallen oft hohe Anschaffungskosten für diese Tools an. Hinzu kommen noch die laufenden Kosten. Ein abonnementbasierter Lizenzvertrieb senkt die Einstiegsbarriere für Neugründungen.

Natürlich verweisen Experten, die aus der Welt der permanenten Lizenzierung kommen, oft auf die Abonnementkosten. Es stimmt, die Kosten für Abonnements sind in der Regel höher als die Wartungskosten. Und ja, es ist sehr einfach, den Punkt zu ermitteln, ab dem mehrere Abonnementlizenzen teurer sind als ein Kaufmodell mit Wartung. Aber darum geht es nicht.

Der Punkt ist, dass die Liquidität während einer Zeit, in der das Unternehmen sie dringend benötigt, nicht durch die Anschaffungskosten für Software vernichtet wird. Dieser zusätzliche Finanzpuffer kann bei Bedarf für andere Forschungs-, Entwicklungs- und Fertigungsaktivitäten genutzt werden. Dasselbe könnte man über ein weiteres flexibles Lizenzierungsmodell mit einem vorhandenen Wartungsvertrag sagen: eine Mischung aus permanenten Lizenzen als Basis, die bei Bedarfsspitzen durch Abonnementlizenzen ergänzt werden.


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